Auswirkungen der jüngsten Starkregenfälle

In der Region Northeim hat es um den 25. Juli 2017 herum innerhalb von 36 Stunden bis zu 150 mm Niederschlag gegeben. Für die Jahre 2000 bis 2008 lag die durchschnittliche Menge für den gesamten Monat Juli bei 75 mm, also bei der Hälfte. Dieser kürzlich aufgetretene Starkregen und die mit ihm verbundene Überflutung hat Auswirkungen auf die Tiere in den Leinepoldern.

Polder 1 und 2 sind derzeit mit Wasser eingestaut. Die in kurzer Zeit niedergegangenen enormen Regenmengen dürften die diesjährigen Bruterfolge einiger im Naturschutzgebiet lebender Rallenarten zunichte gemacht haben. Weil diese Vögel ihre Nester in Bodennähe anlegen, kann ein stark steigender Wasserpegel sowohl Eier als auch Jungvögel auslöschen.

Als Bewohner von Auenregionen sind diese Tiere an solche Naturereignisse angepasst. Sie können überschwemmungsbedingte Verluste oft ausgleichen, indem sie eine Zweitbrut versuchen. Dies ist beispielsweise dann möglich, wenn die Überflutung zu Beginn der Brutsaison stattfindet. Weil die Überschwemmung in diesem Jahr jedoch erst gegen Ende der Brutsaison aufgetreten ist, ist es sehr wahrscheinlich, dass es für eine Zweitbrut zu spät ist. Gelegentlich auftretende Verluste wie diese sind aber über lange Zeiträume betrachtet für die Spezialisten der Auenregion in aller Regel kein Problem, sofern ihre Populationen groß genug und stabil sind.

In den Leinepoldern dürften in diesem Sommer zahlreiche junge Wachtelkönige durch das Hochwasser ums Leben gekommen sein. Glücklicherweise ist der Bestand dieser Vögel in den Leinepoldern sehr groß, sodass davon ausgegangen werden kann, dass sie in der nächsten Brutsaison die Verluste - zumindest teilweise - wieder ausgleichen können werden.